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Slowakischer Salesianer Titus Zeman wird seliggesprochen

Bratislava – Der slowakische Salesianer Titus Zeman (1915-1969) wurde am 30. September 2017 in Bratislava seliggesprochen. Die Feier unter Leitung von Kurienkardinal Angelo Amato, selbst Salesianer Don Boscos, fand im Stadtteil Petrzalka statt, einem Plattenbauviertel der Hauptstadt. Dort hatte Papst Johannes Paul II. (1978-2005) bereits 2003 zwei weitere slowakische Glaubenszeugen seliggesprochen, den griechisch-katholischen Bischof Basil Hopko und die Ordensfrau Zdenka Schelingova. Wie sie wurde auch Zeman während des kommunistischen Regimes gefoltert.

Mit einer Seligsprechung erlaubt die katholische Kirche die offizielle Verehrung eines Verstorbenen in einer bestimmten Region oder Gemeinschaft.

Lesen Sie auf dieser Seite:

Das Leben von P. Titus Zeman

Informationen zur Seligsprechung am 30. September 2017

Der letzte Zeuge - Die bewegende Lebensgeschichte von P. Medard Stepanovsky

 

Das Leben von P. Titus Zeman

Titus Zeman wurde am 4. Januar 1915 im slowakischen Vajnory bei Bratislava geboren. Schon als Zehnjähriger äußerte er den Wunsch, Ordenspriester zu werden. Nach der Schulzeit und dem Noviziat unter anderem in Šaštin legte er seine erste Profess ab und studierte anschließend an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom sowie später in Chieri nahe Turin. Am 23. Juni 1940 wurde er in der Turiner Maria-Hilf-Basilika zum Priester geweiht.

P. Zemans erster Einsatzort war das Oratorium der Salesianer in Bratislava. Er absolvierte ein weiteres Studium, Chemie und Biologie für das Lehramt, und unterrichtete am Bischöflichen Gymnasium in Tyrnau. 1946 wurde er aus dem Schuldienst entlassen, weil er sich der Anordnung der Kommunisten, alle Kreuze aus den Klassenzimmer zu entfernen, widersetzte. Danach wirkte er im Schülerheim von Tyrnau und als Kaplan in Ṥenkvice.

Als das kommunistische Regime der Tschechoslowakei im April 1950 religiöse Vereinigungen verbot und Ordensleute in Lager deportierte, entschloss sich P. Zeman, Mitbrüdern zur Flucht zu verhelfen. Im Sommer 1950 begleitete er zunächst eine Gruppe von sechs Salesianern und einem Diözesanpriester über Österreich nach Italien. Mit Zustimmung der Ordensoberen brachte er im Oktober weitere 28 Ordensmänner nach Turin. Ein geplanter dritter illegaler Grenzübertritt mit 22 Personen im April 1951 scheiterte. 16 Salesianer, unter ihnen P. Zeman, wurden gefangen genommen, die anderen konnten entkommen.

P. Zeman kam in Untersuchungshaft, wo er brutal gequält und gefoltert wurde. Im Februar 1952 wurde er zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Haftbedingungen waren miserabel. Nach 13 Jahren wurde P. Zeman, gesundheitlich schwer angeschlagen, aus der Haft entlassen. Als sich die politische Lage entspannte, durfte der Ordensmann ab 1967 wieder Messen feiern, im „Prager Frühling“ 1968 erhielt er die Erlaubnis, voll in der Seelsorge tätig zu sein.

Wenige Monate später jedoch musste P. Zeman aufgrund der erneuten Änderung der politischen Situation fürchten, wieder verhaftet zu werden. Im September erlitt er während einer Messe einen Herzinfarkt. Am Abend des 7. Januar des folgenden Jahres bekam er einen weiteren Herzinfarkt und starb an dessen Folgen einen Tag später, am 8. Januar 1969.

Weitere Fotos von P. Titus Zeman finden Sie hier.

 

Die Seligsprechung

2010 wurde für Titus Zeman der Seligsprechungsprozess eingeleitet. Am 27. Februar 2017 bestätigte Papst Franziskus das Martyrium des Salesianers. Zu seinem Wallfahrtsort soll der Vorort Vajnory im Nordosten Bratislavas werden, wo Zeman geboren wurde und auch starb. Seine Gebeine wurden 2010 exhumiert und in die Krypta der dortigen Pfarrkirche übertragen.

Die Seligsprechung fand am 29. und 30. September statt. Sie begann mit einer Gebetsvigil im Martinsdom in Bratislava am Freitag, 29. September, um 20 Uhr. Die Seligsprechung erfolgte dann am 30. September im Rahmen eines Festgottesdienstes auf dem Gelände neben der Familienkirche (Kostolsvätej rodiny) in Petržalka (Bratislava). Die Liturgie, die um 10:30 Uhr begann, leitete Kardinal Angelo Amato SDB. Hauptzelebrant der Messe in Petržalka war der Vorsitzende der Slowakischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislav Zvolenský. Nach der Seligsprechung war für Samstag um 16 Uhr ein „Festzeremoniell“ in Bratislavas HANT-Arena angesetzt. 

 

 

 

Abgeschlossen wurden die Feierlichkeiten am Sonntag, 1. Oktober, um 10:30 Uhr mit einem Dankgottesdienst in Vajnory, dem Heimatort des neuen Seligen. Sowohl nach der Seligsprechung in Petržalka als auch in Vajnory hatten die Gläubigen Gelegenheit, Reliquien des Märtyrers zu verehren.

 

RefÖA/ct/KNA

 

Der letzte Zeuge

Im Seligsprechungsprozess für seinen Mitbruder Titus Zeman hat Pater Medard Stepanovsky als Zeuge ausgesagt. Am 12. August verstarb der Salesianer im Alter von 90 Jahren an den Folgen eines schweren Schlagsanfalls. Mehr als 60 Jahre hatte er in der Niederlassung der Salesianer Don Boscos in Buxheim im Unterallgäu gelebt. Dass der aus der ehemaligen Tschechoslowakei stammende Mann Priester werden konnte, ist maßgeblich P. Titus Zeman zu verdanken. Seine bewegende Lebensgeschichte hat uns P. Stepanovsky kurz vor seinem Tod noch erzählt.

Zur bewegenden Lebensgeschichte von P. Medard Stepanovsky

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